Die kleinen Sträßchen im Bergsteigerdorf Sachrang sind stellenweise eisig glatt, der Himmel ist bedeckt. Herunten liegt kaum mehr Schnee, weiter oben schon noch reichlich.
Vorsorglich haben wir unsere Grödeln im Rucksack. Zu fünft wandern wir hinauf zur Mesneralm, die auf etwa 1100 Metern Höhe liegt. Hier im Schnee am Waldrand legen wir unsere erste Teepause ein, Maria rezitiert ein paar zur Adventszeit passende Gedanken zum Wunsch nach innerer Ruhe und Frieden und dem Ankommen. Aufgewärmt an Leib und Seele steigen wir durch den Wald weiter auf und erreichen das tief schneebedeckte Almgebiet der Auer Alm.
Über das Spitzsteinhaus und das im leichten Dunst liegende Inntal hinweg öffnet sich der Blick in die bayerischen Voralpen mit dem charakteristischen Wendelstein und dem Traithen. Weiter links am Pendling vorbei sehen wir die Kitzbüheler und die Zillertaler Berge, ganz links den Kaiser.
Auf der bald erreichten Terrasse der Altkaser Alm legen wir die zweite Teepause ein. Einer gut eingetretenen Spur im tiefen Schnee folgend, steigen wir dann zügig hinauf zum Spitzstein. Der Gipfel dieses Grenzbergs ist knapp 1600 m hoch. Um kurz nach zwölf erreichen wir das Gipfelkreuz. Von hier ist dann endlich auch der Blick frei auf die Chiemgauer Berge und hinab ins Priental. Ganz weit hinten ist der Chiemsee zu erkennen. Mangels passender Sitzgelegenheiten im Schnee fällt unsere Brotzeitrast relativ kurz aus, wir rüsten uns schon bald für den Abstieg.
Bis jetzt sind wir ganz gut ohne Grödeln zurechtgekommen, nun legen wir sie an und steigen auf demselben Weg wieder bis zum Altkaser ab. Hin und wieder reißen die Wolken etwas auf, ein bisschen blauer Himmel zeigt sich ab und an, ein paar Sonnenstrahlen können uns erreichen und erfreuen. Während des Abstiegs haben wir nun beständig dieses herrliche Bergpanorama über dem immer noch leicht dunstigen Inntal vor Augen. Wir halten öfter inne und genießen diese Ausblicke ausgiebig. Am Altkaser vorbei erreichen wir schließlich das Spitzsteinhaus zur gemütlichen Hütteneinkehr.
Es ist tatsächlich sehr gemütlich in dieser Hütte der Sektion Bergfreunde München. Wir finden einen heimeligen Platz in der warmen Stube, machen es uns gemütlich und packen unsere mitgebrachten Weihnachtsplatzerl aus. Bei angeregter und kurzweiliger Unterhaltung probieren und loben wir gegenseitig unsere Plätzchen. Auch die Hüttenwirtin langt mal hin, im Gegenzug dürfen wir von den veganen Vanillekipferln kosten, die ihre Schwiegertochter gebacken hat. So halten wir es recht lange aus, müssen dann aber doch wieder raus in die Kälte. Um diese Jahreszeit wird es ja zeitig dämmerig und uns steht noch eine gute Stunde Abstieg bevor.
Um zumindest im unteren Teil einen Rundweg zu gehen, steigen wir über freies Gelände zur Steinmoosalm ab und erreichen die „Quelllandschaft Südhang Spitzstein“, die das Quellgebiet der Prien darstellt. Hier wird es kurz recht batzig, bevor wir Mitterleiten und schließlich Sachrang erreichen.
Eine wunderschöne winterliche Adventswanderung mit einer souveränen Führung in einer sehr angenehmen Gruppe ist vorüber.
Herzlichen Dank, Maria!