Eine wunderbare Herbsttour im „goldenen Oktober“, dazu ein Wetter wie im Bilderbuch – das machte diese Tour und diesen Tag zu einem ganz besonderen Erlebnis. Toll!
Der Start war wie immer sehr früh am Morgen: Um 5:45 Uhr trafen sich alle Bergbegeisterten am Parkplatz der DAV-Sektion in Grafing, um mit dem Alpenvereinsbus zum heutigen Ausgangspunkt in der Eng zu fahren.
Schon der Beginn dieser Tour war einfach eine dieser weitsichtigen und einfallsreichen Spezialaktionen unserer Tourenleiterin Margot. Matthias, der sein Mountainbike in den Bus gepackt hatte, fuhr mit diesem, nachdem wir alle am Startpunkt der Tour ausgestiegen waren, weiter und parkte ihn an der Stelle, an welcher wir nach der Überschreitung und dem Abstieg herunterkommen würden. Er fuhr dann mit dem Fahrrad wieder zurück zum Startpunkt und wir starteten die heutige Karwendel-Überschreitung. Das war eine wirklich geniale Idee von Margot, denn so ersparten wir uns den öden und langweiligen Rückweg an der Straße entlang.
Der erste Teil des Aufstiegs begann im dichten Nebel, der für eine sehr besondere Morgenstimmung sorgte. Er hüllte all die bunt gefärbten herbstlichen Bäume ein und sorgte für eine sehr mystische Stimmung, die uns allen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. All diese von der Natur so wundervoll bunt gefärbten „Farbflächen“ auf unserem Weg bereiteten uns einen sehr „farbenfrohen“ und abwechslungsreichen Beginn dieser Tour, was auch den äußerst steilen Anstieg am Anfang unseres Weges gleich weniger steil und beschwerlich erscheinen ließ.
An einer schönen Jagdhütte machten wir unsere erste kurze Pause – ein wenig trinken und ein kurzes Verschnaufen nach diesem ersten steilen Anstieg wurden von allen sehr begrüßt! Und siehe da, die Nebel lichteten sich und von Osten her strahlte uns nun die Herbstsonne in ihrem besonderen Licht an, was das kleine Glücksgefühl in uns allen noch höher ansteigen ließ. Auf unserem weiteren Weg blieb uns die weiter aufsteigende Sonne treu zur Seite und wärmte nicht nur unsere Körper, sondern erhellte auch unsere Stimmung und die Vorfreude auf eine gewiss sonnige und weite Sicht auf den Gipfeln.
Die strahlende Sonne hatte noch einen weiteren wundervollen Effekt, denn das weiche und besondere Herbstlicht ließ die tief gelb gefärbten Blätter der Bäume auf unserem Weg golden schimmern und glänzen – was für ein wunderbarer Anblick! Gibt es etwas Schöneres als eine bunt gefärbte Natur, angestrahlt von der Herbstsonne mit dem erhabenen Bergpanorama als Hintergrund? All die Mühen des Aufstiegs und jeder vergossene Schweißtropfen verlieren ihre Bedeutung bei solch einem wundervollen und unvergesslichen Naturschauspiel. Dieser Tag schien geprägt zu sein von den besonderen Elementen der Natur, denn auf unserem weiteren Aufstieg in Richtung Gipfel bildete sich im Tal ein riesiges Wolkenmeer, das uns unendlich erschien und doch zum Greifen nah war.
Nach ungefähr drei Stunden Aufstieg inmitten dieser zauberhaften Herbststimmung und all den erhabenen Naturelementen kamen wir auf dem Bergrücken in Richtung unseres ersten Gipfels, der Fleischbank (2026 m), an. Hier wurde der Weg ein wenig luftiger und ausgesetzter und führte über viele Wurzeln und durch Latschenkiefern, die uns jetzt am Wegesrand begleiteten, in Richtung Gipfel. Dort angekommen fanden wir bei einer schönen Gipfelrast Zeit und auch Muse, den grandiosen Ausblick bei allerschönstem Herbstwetter genussvoll und freudig in unsere Seelen und Herzen einzuspeichern. Jeder einzelne unserer Tourenteilnehmer genoss diesen Ausblick und diese einmalige Stimmung. Wir konnten uns einfach an der Aussicht auf das Wolkenmeer und die uns umgebenden Berggipfel nicht sattsehen.
Nach dem obligatorischen Gipfelfoto am Gipfelkreuz und einer für uns stärkenden Brotzeit bestand unsere Gruppe nicht mehr nur aus den am Morgen gestarteten acht Teilnehmern, denn es schloss sich ein junger Mann unserer „lustigen“ Gruppe an, nachdem er für uns das Gipfelfoto übernommen hatte. Somit waren auf der Tour nun unsere Leiterin Margot, Sarah, Christa, Nadine, Eva, Günther, Alfons, Matthias und unser Gast Dani dabei.
Vom Fleischbank-Gipfel ging es zunächst ziemlich steil durch Gras und Schrofen abwärts und nach einem kurzen weiteren Aufstieg konnten wir schon den zweiten Gipfel des Tages, das Hölzelstalljoch (2012 m), erreichen. Auch auf diesem Gipfel konnten wir nicht umhin, uns bei diesem wirklich unglaublich schönen Wetter und dem unsagbar schönen Licht des goldenen Herbstes die Zeit zu gönnen, den atemberaubenden Rundumblick dieses Gipfels erneut in uns aufzunehmen und in unseren Gedanken und Erinnerungen zu speichern.
Danach ging es weiter zum dritten Gipfel des Tages, dem Grasberg (2020 m). Unser Weg führte zunächst erneut bergab, um uns dann nach kurzer Zeit sehr alpin und mit Stahlseilen gesichert ziemlich steil über Kies und Gras nach oben zum Grasbergjoch zu führen. Stolz darauf, hier oben angekommen zu sein, machten wir erneut eine Pause und den selbst gebackenen Kuchen von Margot, der sehr gut geschmeckt hat und eine schöne Belohnung war, hatten wir uns redlich verdient. Was für ein Tag, was für eine Tour! Einfach ein Tag voller unvergesslicher Erinnerungen!
Hier oben konnten wir nun auch endlich das gesamte tolle Bergpanorama in vollen Zügen und unbeeinträchtigt genießen, denn der herbstliche Nebel, der uns bis hierher ein treuer Begleiter gewesen war, hatte sich nun in der Wärme der Herbstsonne vollständig verabschiedet. Der ungetrübte Blick, der nun bis in die Täler reichte, war erneut atemberaubend. Die Sonne blieb uns weiter treu an diesem Tag und schenkte uns beim Abstieg nochmals eine schöne und wohltuende Wärme. Diese Wärme verleitete Alfons sogar dazu, in kurzen Hosen weiterzulaufen, während andere weiterhin sehr warm eingepackt bleiben wollten.
Beim Abstieg vom Grasberg zum Grasbergjoch verschwand der Weg dann plötzlich in den Latschenkiefern und Markierungen waren nicht mehr zu erkennen. So hatten wir noch ein kurzes Stück Wegsuche-Vergnügen, bis wir dann endlich wieder auf den ursprünglichen Pfad stießen – ein weiteres spannendes und zu diesem tollen Tag passendes Erlebnis. Danach wanderten wir auf schönen Almpfaden gemütlich bergab, immer mit Blick auf das von der Herbstsonne zum Glänzen gebrachte farbenfrohe Laub der Ahornbäume und, nicht zu vergessen, zurück auf die drei Gipfel unserer heutigen Besteigung. Das leise Rascheln der Blätter begleitete uns beim Abstieg. Glückselig über diese traumhafte Tour erreichten wir unseren heutigen Endpunkt, wo der Bus bereits auf uns wartete.
Zum Schluss kehrten wir noch gemütlich in der Garberalm ein, wo wir diesem unvergesslichen Tourentag, mit all den wundervollen Erlebnissen in einer atemberaubenden Natur, bei Kaffee und Kuchen einen würdigen und glückseligen Ausklang schenkten. Wir konnten sogar noch die letzten Sonnenstrahlen genießen, bevor die Sonne hinter dem Berg verschwand.
Auch für diese Tour gilt ein herzlichstes Dankeschön an unsere Tourenleiterin Margot für diesen tollen „goldenen Oktobertag“ im Karwendel und auch an die Gruppe, mit der es wieder sehr viel Spaß gemacht hat.
Christa Eberle
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