© DAV Sektion Ebersberg-Grafing

Fünf-Gipfel-Runde am Attersee

19.10.2025

Wer sich fünf Gipfel auf einer Tour vornimmt, muss früh starten – und so machten wir uns in der stillen Atmosphäre dieses noch kühlen und wolkenverhangenen Sonntagmorgens bereits um 5:30 Uhr von der DAV-Sektion in Grafing auf den Weg.

Die lange Anfahrt zum Attersee rechtfertigt ohnehin einen frühen Aufbruch. Zur Truppe der wanderbegeisterten Freunde gehörten Tourenführerin Margot, Sarah, Viktoria, Alfons, Petra, Patrick, Günther und Christa – eine großartige Gruppe, die bestens gelaunt in diesen Tag startete!

Schon auf der Anfahrt zum Attersee begrüßte uns die aufgehende Sonne. Sie tauchte den Horizont über dem immer näher kommenden Bergpanorama bei Salzburg zuerst in ein hell leuchtendes Apricot, das sich mit jeder Minute, die wir den Bergen näherkamen, in ein glühendes Rot verwandelte – was für eine tolle Stimmung! Dichte Nebelbänke schwebten über dem See und hüllten die Landschaft in eine märchenhafte, fast mystische Atmosphäre. Der sonst so klare und anmutige See zeigte sich an diesem Morgen von einer ganz besonderen Seite. Dieses Spiel aus Licht, Farbe und Nebel, die aufgehende Sonne über dem mächtigen Bergmassiv und der apricotfarbene Horizont – all das war ein würdiger und unvergesslicher Beginn unseres Tourentages.

Der Einstieg in die heutige Tour begann auf einem sofort steil ansteigenden Pfad, dessen Bodenbeschaffenheit ständig zwischen felsigem Untergrund und von kräftigen Wurzeln durchzogenen Passagen wechselte. Aufgrund der teilweisen Ausgesetztheit begegneten uns hier immer wieder Seilsicherungen und Leitern, die diesen Abschnitt gut begehbar machten und zusätzlich für die wichtige Sicherheit sorgten. Die Sicht ins Tal blieb uns zu diesem frühen Zeitpunkt noch verwehrt – dichter Nebel hielt sich hartnäckig in den Senken. Vielleicht war das aber auch besser so, denn so konnten wir uns ganz auf den Weg und die ersten steilen und schweißtreibenden Höhenmeter konzentrieren. Weiter ging es vorbei an zahlreichen Latschenfeldern, während sich rechterhand eine schroffe, steil aufragende Felswand erhob.

 

Schließlich, weiter oben, bot sich uns der erste wunderschöne Blick auf den Attersee, der noch geheimnisvoll unter den Nebelschwaden verborgen lag. Dafür entschädigte uns der freie Blick auf die farbenprächtigen Gipfel der Salzkammergutberge, die im warmen Licht des goldenen Oktobers besonders leuchteten – einfach herrlich, im Herbst in den Bergen unterwegs zu sein! Doch dieser besondere Oktobertag sollte noch schöner werden. Immer weiter zog es uns bergauf, Höhenmeter um Höhenmeter. 

An einer Weggabelung öffnete sich ein gigantischer Blick auf das Dachsteinmassiv, der uns alle innehalten ließ. Wir mussten einfach etwas verweilen und diesen einzigartigen Anblick in vollen Zügen genießen. Mit diesem eindrucksvollen Panorama im Herzen machten wir uns schließlich auf die letzten Meter hinauf zur Brennerin (1605 m) – unserem ersten Gipfel und zugleich idealen Ort für die Mittagspause.

Eine gemütliche Bank mit Tisch lud zum Verweilen ein, und bei Sonnenschein, klarer Luft und goldener Herbststimmung genossen wir die Aussicht auf den majestätischen Dachstein – einfach ein Moment puren Glücks und tiefer Zufriedenheit!

Nach einer ausgiebigen und wohlverdienten Stärkung sowie dem obligatorischen Gipfelfoto ging es weiter zum zweiten Gipfel der Tour – dem Dachsteinblick auf 1559 m.

Inzwischen hatte die Sonne genug Kraft, um den Nebel über dem Attersee endgültig zu vertreiben. Endlich öffnete sich der Blick – klar und weit hinunter auf den tiefblauen Attersee, eingerahmt von den mächtigen Flanken des Dachsteinmassivs.

Natürlich durfte auch hier das Gipfelfoto nicht fehlen, bevor wir den Weiterweg zu unserem dritten Gipfel des Tages, den Mahdlgupf (1261 m) in Angriff nahmen.

 

Der Weg dorthin führte zunächst über steile, teils schwierige Schotterpassagen, ehe er sich weiter unten durch dichten Wald und über wurzeldurchzogene Pfade weiter hinab ins Tal schlängelte. Auch dieser Gipfel beschenkte uns mit einem weiteren herrlichen, sonnendurchfluteten Herbstblick auf den Attersee, der weit unten im Tal silbern glitzerte. 

Weiter ging es entlang der Bergkette in Richtung des vierten Gipfels. Vor dem Erreichen des Großen Schobersteins (1037 m) erwartete uns noch eine kleine Kletterpassage, die für willkommene Abwechslung sorgte und allen sichtlichen Spaß machte.

Dieser Gipfel ist ein besonders schöner Punkt in der Natur – ideal für Familien mit Kindern oder für Wanderer, die mit dem Hund unterwegs sind und den einfachen Aufstieg von Weißenbach a. Attersee gewählt haben.

Der Weg führte uns weiter hinab zum Kleinen Schoberstein auf 985 m. Von dort ging es über einen seilgesicherten Steig, der sich steil um den Berg herumzog, hinunter zum fünften und letzten Gipfel dieser eindrucksvollen Tour. Dieser Abschnitt forderte uns noch einmal volle Konzentration, Trittsicherheit und Ausdauer ab – doch schließlich erreichten wir, erleichtert und stolz, auch diesen letzten Gipfel!

Mit einem Gefühl tiefer Zufriedenheit und Freude im Herzen ging es nun stetig bergab. Der Abstieg stellte keine besonderen Herausforderungen mehr dar, war aber stets begleitet von wundervollen Ausblicken auf die bereits erklommenen Gipfel – ein würdiger Abschluss eines großartigen Tages.

Glücklich, stolz und erfüllt erblickten wir schließlich das Ufer des Sees. Doch die Tour war noch nicht ganz zu Ende: Ein kurzer Lehrpfad führte noch einmal leicht bergauf und bot interessante Einblicke in die Natur und Geschichte der Region. Nach diesem letzten Anstieg ging es dann wirklich nur noch bergab – und wir beendeten unsere achtstündige Rundtour voller Dankbarkeit und Zufriedenheit.

Ein letzter Blick auf den Attersee, in dessen silberglänzender Oberfläche sich die Sonne spiegelte, schenkte uns allen ein stilles Lächeln und ein Gefühl tiefer Freude für die Heimfahrt.

Ein beeindruckender Tag ging zu Ende – mit vielen wunderschönen Gipfelerlebnissen, 1380 Höhenmetern und einer Gesamtlänge von 14,5 Kilometern – eine sportliche Herausforderung, die sich absolut gelohnt hat! Herzlichen Dank an Margot für diese hervorragend geführte Tour durch eine atemberaubende Landschaft – spitze war’s! Und natürlich auch ein großes Dankeschön an die ganze tolle Truppe!