Wenn das Meißner Haus ruft, tauschen wir Wanderstöcke gegen Akkuschrauber und Klettergurt gegen Arbeitshandschuhe. In der vergangenen Saison stand unsere vereinseigene Hütte wieder im Mittelpunkt zahlreicher ehrenamtlicher Arbeitseinsätze.
Ein Rückblick auf Schweiß, Teamgeist und sichtbare Erfolge.
Das Meißner Haus ist für viele von uns mehr als nur ein Stützpunkt am Berg – es ist ein Stück Heimat in den Tuxer Alpen. Doch damit der Betrieb reibungslos läuft und die Substanz erhalten bleibt, braucht es weit mehr als nur den täglichen Hüttenbetrieb. Hier schlägt die Stunde unseres ehrenamtlichen Helferteams.
In mehreren Etappen haben wir uns verschiedenen Baustellen gewidmet.
Die Zahlen sprechen dabei für sich: An 19 Einsatztagen und mit rund 700 Arbeitsstunden wurde geschraubt, repariert und instand gesetzt. Da das Meißner Haus ein halbes Jahr lang nur zu Fuß oder per Skidoo erreichbar war, sorgten die Logistik und die Durchführung dieser Arbeiten jedes Mal für eine besondere Herausforderung.
Damit der Hüttenbetrieb reibungslos läuft, steht die Infrastruktur an erster Stelle. Neben der regelmäßigen Wartung der Wasserkraftanlage (WKW), der Lüftungsgeräte und der Gastherme lag ein Schwerpunkt auf der Trinkwasserversorgung (Quellfassung und Hochbehälter) sowie der Elektrotechnik und Fluchtwegbeleuchtung.
Die Gewitternacht vom 30. Juni 2025
Ein massiver Blitzeinschlag am späten Abend des 30. Juni sorgte für eine Ausnahmesituation. Um 22:51 Uhr entlud sich ein schweres Gewitter direkt über dem Meißner Haus. Mehrere Teilblitze schlugen in unmittelbarer Nähe ein. Die Brandmeldeanlage löste aus, während 50 Schüler im Haus übernachteten. Glücklicherweise kam es zu keinem Feuer. Dank des besonnenen Handelns des Hüttenwirtes Sven und seinen Mitarbeitern vor Ort gab es keine Verletzten, doch die technische Bilanz der Schäden war immens. Von der Brandmeldeanlage über die Düsensteuerung des Kraftwerks bis hin zu Netzwerkadaptern und FI-Schutzschaltern war vieles defekt. Die Schadensbehebung und die Wiederherstellung erfolgten in den darauffolgenden Wochen.
Frostgefahr am 28.11.2025
Bei der Fernüberwachung fiel eine verminderte Leistungsaufnahme am WKW auf – die Heizung stand still. Bei –8 °C Außentemperatur drohte das Haus einzufrieren. Da das Meißner Haus geschlossen und schon fünf Tage niemand vor Ort war, startete um 17:00 Uhr ein Noteinsatz und eine Auffahrt per organisiertem Skidoo, um den Fehler noch am selben Abend zu beheben.
Rund ums Haus
Auch kleinteilige Arbeiten halten das Haus in Schuss. Wir installierten Wasserspardüsen in den Duschen, reparierten Fensterbeschläge in zahlreichen Zimmern und tauschten die Zündbrenner am Küchenherd aus. Besonders erwähnenswert: die neue, von Rudi Beslmüller konstruierte Gartentüre mit Selbstschließmechanismus und die Holzschutzarbeiten von Karl-Heinz am Laubengang.
Wegepflege
Unsere Wege sind die Visitenkarte der Sektion. Die Wanderwege im Arbeitsgebiet wurden begangen und überprüft. Zahlreiche Steige (u. a. der Jochleitensteig, der Weg von Boscheben zum Patscherkofel, der Weg zum Viggar Hochleger) wurden ausgeschnitten und gesäubert. Schilderbäume auf bis zu 2437 Metern Höhe wurden neu gesetzt oder beschriftet. Der Zufahrtsweg von der Hörtnagl-Brücke zum Meißner Haus wurde instand gesetzt und mit Naturbeton aufgefüllt.
Meilenstein Wasserkraftwerk
Wir sicherten die Druckleitung des WKW und brachten 25 Tonnen Wegekies im Zufahrtsbereich aus, um sie vor Umwelteinflüssen und Beschädigung zu schützen. Um die Energieversorgung zukunftssicher zu machen, wurde eine Richtfunkverbindung zwischen Hütte und Turbinenhaus aufgebaut. Dies ermöglicht uns nun die Remote-Steuerung der neuen, noch zu ersetzenden Düsensteuerung.
Die Arbeit an einer Hütte wie dem Meißner Haus endet nie. Auch für die kommende Saison planen wir bereits die nächsten Projekte. Wer Lust hat, sich handwerklich auszutoben und Teil dieses großartigen Teams zu werden, ist jederzeit herzlich willkommen.
Ein herzliches Vergelt's Gott gilt allen Helfern, insbesondere Sigi Bartmann und Werner Deppisch für ihren Einsatz im Wegebereich, Rudi Beslmüller für die Konstruktion der neuen Gartentüre, Karl-Heinz Steinmetz für die vielen Malerarbeiten am Haus und Kraftwerk und Josef Glück für die Arbeiten an der Elektroversorgung.
Durch dieses ehrenamtliche Engagement bleibt unser Meißner Haus ein sicherer und bestens gepflegter Stützpunkt in den Tuxer Alpen.
Auf eine erfolgreiche nächste Saison am Meißner Haus.
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