© DAV Sektion Ebersberg-Grafing

Risserkogel-Setzberg-Runde – ein Schnappstein und ein Alpenlehrpfad

16.11.2025

Um 6 Uhr morgens geht es los, die Straßen in Grafing sind noch nass und wir wissen schon, dass es mit der Ostgratüberschreitung am Sonnenwendjoch wohl eher nichts wird – zu nass der Stein zum Kraxeln, es hat leider in der Früh geregnet.

Es geht nun in die Valepp auf den Risserkogel und Setzberg und Wettergöttin Margot verspricht uns Restföhn und keinen Regen bis 16 Uhr.

Wie recht sie hatte, wie wir später feststellen :-) Und auch wenn ein paar von uns die Ecke schon gut kennen, hat man mit Margot immer die Gewissheit, verwunschene Wege außerhalb der bekannten Wege zu erwandern.

Aber nun zurück zum Anfang: Froh sind wir, so früh gestartet zu sein, der Tegernsee scheint noch zu schlafen. Quasi ohne Verkehr brausen wir schnell durch bis Rottach-Egern zum Parkplatz Hufnagelstube. 

Auf einem breiten Weg geht es los und wir genießen die frische Morgenluft und das tolle Licht. Nach einer guten Stunde entscheiden wir, unsere Route zu verlassen, um an der Riedereckalm eine Trinkpause und kurze Rast zu machen.

Der Ausblick ist traumhaft und wir spüren schon jetzt, dass es ein guter Bergtag werden wird. Wir wandern weiter und nach einer Zeit erblicken wir den eindrucksvollen Blankenstein. Doch bevor wir weiter stetig marschieren, halten wir kurz inne am Hettlage-Denkmal. Hier sind zwei Kinder der Familie Hettlage im Jahr 1954 tragisch durch eine Lawine zu Tode gekommen.

Wir wandern weiter zum fast ausgetrockneten Riederecksee. Auf verlassenem und steilem Pfad schnaufen wir hinauf zum Blankensteinsattel und genießen die warme Novembersonne an der Ostseite des bekannten Kletterberges. Von dort geht es weiter auf felsig-rutschigem Pfad Richtung Risserkogel-Gipfel. Wir merken nochmals, dass es zum Kraxeln heute nichts gewesen wäre.

Am Gipfel begrüßt uns „noch“ die Sonne und Sarah verteilt ihren super Mohnkuchen (selbst gemacht natürlich!) an uns.

Wir sind überglücklich, noch solch eine Aussicht zu haben, und spüren, dass es vielleicht die letzte Wanderung im Jahr sein wird.

Plötzlich scheint der Föhn zusammenzubrechen und es wird immer kälter. Gegen 11 Uhr marschieren wir über den Alpenlehrpfad Richtung Setzberg. Beim Abstieg vom Risserkogel passiert dem Alfons noch was Sonderbares: Er steigt in einen „Schnappstein“ und Fuß und Schuh sind fest gefangen, wie in einer Bärenfalle. Damit Fuß und Schuh unversehrt bleiben, zieht er den Schuh kurzerhand aus, auch wenn das am Ende gar nicht so einfach war. Alles geht gut – er befreit den Schuh und wir marschieren weiter und kommen zum Alpenlehrpfad. 

Wir lernen viel über Almwirtschaft, Bergwald, Tiere und Pflanzen und auch, wie man einen Baum nennt, dessen Krone durch Blitzschlag zerstört wurde, trotzdem neue Stämme am Hauptstamm bildet und einfach weiterwächst: eine Kandelaber-Fichte. Dieser Alpenlehrpfad ist obendrein auch wirklich ein schöner Höhenweg mit Weitblick und zwischendurch schönem Märchenwald.

Bald erreichen wir den zweiten Gipfel, den Setzberg, und da Sarah keinen Mohnkuchen mehr für uns hat, muss sie einen professionellen Handstand für uns machen. Wie toll sie das kann!

Am Wallberghaus galoppieren wir locker ins Tal, nur der Batz und Matsch bremst uns zwischendurch aus.

Am Schiffbach waschen wir unsere Bergschuhe.

Am Ende der Tour stehen wir vor der Mutter Gottes am Sibli-Wasserfall und saugen die letzten tollen Momente dieses traumhaften Bergtages auf.

Abwechslungsreicher und schöner kann eine Wandersaison nicht enden!

Kuchen, Kaffee, Tee und Bier im Gasthof zum Rosser bilden einen krönenden Abschluss.