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Schneeschuhwochenende im Dachsteingebirge

(28.02. - 01.03.2026)

28.02.2026

1. Tag – Samstag, 28.02.2026

Schneeschuhtour im Dachsteingebirge auf die Sulzenschneid (1990 m)

10 km | 845 Höhenmeter

Das Wetter versprach an diesem Wochenende erstmals in diesem Jahr frühlingshafte Bedingungen – beste Voraussetzungen für unsere zweitägige Schneeschuhtour mit dem DAV Grafing ins Dachsteingebirge. Die Vorfreude war entsprechend groß. Geleitet wurde die Tour von Lutz, unserem erfahrenen Tourenleiter. Insgesamt waren wir neun Teilnehmer.

Wie gewohnt begann der Tag früh: Bereits um 6 Uhr trafen wir uns am DAV-Vereinsheim in Grafing. Schon auf der zweistündigen Anfahrt wuchs die Vorfreude spürbar. Ein eindrucksvoller Sonnenaufgang über dem Alpenpanorama begleitete uns und ließ erahnen, was uns erwarten würde.

Am Parkplatz angekommen, genossen wir zunächst die klare, kalte Morgenluft und den Blick hinauf zu den Bergen. Unsere Rucksäcke waren gut gefüllt: LVS-Gerät, Schaufel, Grödel, ausreichend Verpflegung, Wechselkleidung – und natürlich die Schneeschuhe, die zu Beginn noch außen am Rucksack befestigt waren.

Der Aufstieg startete steil, teils schneebedeckt, stellenweise eisig – volle Aufmerksamkeit war gefragt. Bei rund fünf Grad plus wurde uns schnell warm, sodass wir bald die ersten Kleidungsschichten ablegten. Die Sonne stand bereits hoch genug, um den Schnee gleißend hell erstrahlen zu lassen. Ohne Sonnenbrille wäre der Blick auf das majestätische Dachsteinmassiv kaum möglich gewesen. Ein wolkenloser Himmel, schneebedeckte Gipfel und glitzernder Schnee – schöner kann ein Wintertag kaum sein.

Mit zunehmender Höhe wurde die Schneedecke tiefer und weicher. Das Einsinken erschwerte das Gehen spürbar, und schließlich war der Moment gekommen, unsere Schneeschuhe anzulegen. Mit den ersten Schritten stellte sich sofort Erleichterung ein – das Gehen im tiefen Schnee wurde deutlich angenehmer und kraftsparender.

Stetig ansteigend, begleitet vom beeindruckenden Blick auf das Dachsteinmassiv, genossen wir die erste Etappe mit Schneeschuhen in vollen Zügen. Lutz hatte eine abwechslungsreiche, landschaftlich reizvolle und zugleich sichere Route gewählt. Besonders wichtig: Die Strecke bot eine gute Lawinensicherheit – ein entscheidender Faktor bei winterlichen Touren.

Der Weg führte uns durch eine traumhafte Winterlandschaft: verschneite Bäume, glitzernde Ebenen, imposante Felsformationen und eine beeindruckende Bergkulisse ringsum. Ein steiler Anstieg wurde von einer ebenso steilen Passage in eine Rinne abgelöst – sowohl bergauf als auch bergab forderte uns das Gelände konditionell wie technisch, ebenso geistig, da volle Konzentration gefragt war!

Nach diesen Anstrengungen erreichten wir das Plateau am Sulzenhals. Bei strahlendem Sonnenschein eröffnete sich uns ein überwältigendes Panorama: freier Blick auf Hochkönig, Dachstein und sogar bis zum Großvenediger. Kaum Menschen waren unterwegs, nur vereinzelte Skitourengeher. Die Ruhe, das Licht und die Weite dieser Landschaft ließen uns für einen Moment innehalten. Worte waren hier fast überflüssig – die Eindrücke sprachen für sich.

Nach einer kurzen Trinkpause ging es weiter zur Sulzenschneid auf 1990 m, die wir etwa 30 Minuten später erreichten. Am Gipfelkreuz wieder ein beeindruckendes 360°-Panorama vom Großvenediger über den Hochkönig, die Bischofsmütze am Gosaukamm, die gewaltigen Südwände des Dachsteins bis hinunter nach Schladming – bei diesem Wetter ein unvergesslicher Anblick.

Nach den obligatorischen Gipfelfotos begann der Abstieg – und der entwickelte sich zu einem echten Vergnügen. Der ständige Schnee-Powder-Alarm hier inmitten dieser Latschenkiefern, der sich immer wieder lösende feine Schnee-Staub – ein herrliches Vergnügen. So stapften wir durch Pulverschnee, zogen unsere eigenen Spuren und sprangen stellenweise regelrecht in den weichen Schnee. Es war ein Stück kindliche Freude, das uns alle erfasste – unbeschwert, ausgelassen und voller Energie.

Glücklich und zufrieden erreichten wir schließlich wieder den Parkplatz. Von dort fuhren wir weiter nach Ramsau im Ennstal, bekannt als Drehort der ZDF-Serie „Der Bergretter“. In einem Café belohnten wir uns mit Kaffee und Kuchen für die heutige Leistung. Ein zusätzliches Highlight war der Blick auf die nahegelegene Skisprungschanze, auf der gerade trainiert wurde.

Am späten Nachmittag erreichten wir unser Quartier, die Pension Langbrucker in Großsölk. Nach einer kurzen und willkommenen Ruhepause machten wir uns abends auf den Weg zum gemeinsamen Essen ins Wirtshaus Einöd. Geführt von einer vietnamesischen Familie, serviert es regionale österreichische Spezialitäten – eine überraschende, aber äußerst gelungene Kombination. Gutes Essen, herzlicher Service und eine besondere Atmosphäre sorgten für einen heiteren und geselligen Abend.

Ein rundum gelungener erster Tourentag ging zu Ende. Müde, aber erfüllt von den Eindrücken dieses sonnigen Wintertages, fielen wir schließlich in unsere Betten.

Ein herzlicher Dank gilt Lutz, der diese wunderbare Tour geplant und sicher geführt hat – und uns damit einen unvergesslichen Tag in einer großartigen Gruppe ermöglicht hat.

Christa Eberle

2. Tag – Sonntag, 01.03.2026

Schneeschuhtour im Sölktal auf das Gumpeneck (2226 m)

12 km | 1130 Höhenmeter

Ausgeschlafen und voller Elan starteten wir am zweiten Tag unserer Tour – wie bereits am Vortag – um 6 Uhr in der Früh, diesmal mit einem reichhaltigen und liebevoll vorbereiteten Frühstück in der Pension Langbrucker. Somit waren wir bestens gestärkt für den bevorstehenden Aufstieg von über 1100 Höhenmetern!

Der Morgen zeigte sich zunächst deutlich zurückhaltender als der sonnenverwöhnte Vortag. Bei bedecktem Himmel machten wir uns um Punkt 7 Uhr gut gelaunt auf den Weg zum zwei Kilometer entfernten Ausgangspunkt in Großsölk. Der zuvor studierte Wetterbericht versprach jedoch auch für diesen Tag sonnige Aussichten – eine Hoffnung, die uns motivierend begleitete.

Zunächst führte uns der Weg steil bergauf über nur leicht schneebedeckte Pfade. Mit zunehmender Höhe nahm die Schneemenge rasch zu, und bald offenbarte sich uns eine tief verschneite Winterlandschaft. Am geologischen Lehrpfad angekommen, war der ideale Zeitpunkt erreicht, auf Schneeschuhe umzusteigen. Kaum angeschnallt, stellte sich sofort der wohltuende „Aha-Effekt“ ein: Das Gehen im Tiefschnee wurde spürbar leichter und kraftsparender.

Auf 1440 Metern erreichten wir die Schönwetterhütte. Von hier an wurde das Gelände deutlich steiler. Dank der integrierten Steighilfe unserer Schneeschuhe konnten wir auch diese anspruchsvollen Passagen gut bewältigen, wenngleich sie uns einiges an Kraft abverlangten. Ein leichter Harschdeckel verhinderte glücklicherweise ein allzu tiefes Einsinken – eine willkommene Unterstützung im steilen Gelände.

Mit zunehmender Höhe gewann die Sonne endgültig die Oberhand über die Wolken. Das Blau des Himmels und das klare Licht der Frühlingssonne verliehen der Landschaft eine beinahe surreale Schönheit. Als wir erstmals freien Blick auf das Gumpeneck hatten, präsentierte sich der Gipfel majestätisch im Licht – ein Anblick wie aus einem Himalaya-Bildband, überwältigend und unvergesslich.

Noch etwa zwei Stunden lagen vor uns. Die Route führte über einen schmalen Kamm weiter hinauf. Hier war erhöhte Aufmerksamkeit gefragt: unbedingt links halten, um die lawinengefährdete Senke zur Rechten zu meiden und zugleich ein ausgewiesenes Schutzgebiet für die alpine Tierwelt zu umgehen.

Silke, konditionsstark und stets vorneweg, übernahm das Spuren – eine kräftezehrende Aufgabe, die uns anderen jedoch spürbare Erleichterung verschaffte. Dank des frühen Starts war der Schnee noch griffig und nicht zu weich, was den Aufstieg zusätzlich begünstigte.

Am Kamm angekommen, wurde der Grat zunehmend schmaler und steiler. Zu beiden Seiten fiel das Gelände steil ab, große Wechten säumten besonders die linke Seite. Rund 300 Höhenmeter unterhalb des Gipfels legten wir eine kurze Pause ein. Plötzlich jedoch zog der Wind spürbar an, und dunkle Wolken türmten sich auf. Ein rascher Wetterwechsel mahnte vielleicht vorsichtig zur Eile.

Die letzten Meter zum Gipfel waren überraschend schneearm und dadurch leichter zu begehen. Am Gipfelkreuz angekommen, zeigte sich die Sonne wieder nahezu ungetrübt – fast wie eine persönliche Belohnung. Der Wind legte sich so plötzlich, wie er aufgekommen war. Diese Momente oben auf 2226 Metern waren von tiefer Dankbarkeit und Freude geprägt.

Bei einer wohlverdienten Brotzeit genossen wir das beeindruckende Panorama. Besonders eindrucksvoll war der Blick auf den formschönen Grimming, bevor wir uns schließlich an den Abstieg machten.

Bis zu den ersten Hütten verlief der Abstieg gut und sicher. Doch in der steilen Passage oberhalb der Schönwetterhütte zeigte sich, wie stark die Sonne den Schnee bereits aufgeweicht hatte. Trotz Schneeschuhen sanken wir nun teilweise hüfttief ein, was nochmals volle Konzentration und Kraft erforderte. Mit vereinten Reserven meisterten wir auch diesen Abschnitt sicher.

Erleichtert erreichten wir schließlich den Forstweg im Tal. Der Schnee wurde weniger, der Weg einfacher, und mit jedem Schritt wuchs das Gefühl, gemeinsam Großartiges geleistet zu haben. Trotz Müdigkeit war uns die Freude deutlich anzusehen.

Den gelungenen Abschluss unseres Schneeschuh-Wochenendes feierten wir bei Kaffee und Kuchen auf der Rückfahrt. Ein rundum gelungenes Erlebnis, das uns lange in Erinnerung bleiben wird.

Ein besonderer Dank gilt Lutz, unserem erfahrenen und umsichtigen Tourenleiter. In einer Zeit mit zahlreichen Lawinenmeldungen war Sicherheit keineswegs selbstverständlich. Dank seiner professionellen Führung und seiner motivierenden Art kehrten wir alle wohlbehalten zurück.

Ein außergewöhnlich schönes Wochenende – geprägt von Natur, Gemeinschaft und unvergesslichen Momenten.

Christa Eberle